Last-Minute-Steuersparen

Last-Minute-Steuersparen

 

Eines der wenigen Steuerzuckerl, die die Finanz verteilt, ist – und bleibt hoffentlich – der Gewinnfreibetrag. Wer möchte schließlich nicht bis zu 45.350 Euro an Einkommensteuer sparen? Voraussetzung für den süßen Genuss: Sie müssen unbedingt noch vor Jahresende investieren!

 

Grund- und anschaffungsabhängiger Freibetrag

Den Gewinnfreibetrag kann sich jede natürliche Person holen, die einen Betrieb führt – unabhängig von der Gewinnermittlungsart. Er beträgt bis zu 13 Prozent des Gewinnes. Beachten Sie jedoch, dass der Gewinnfreibetrag geteilt ist: Für bis zu 30.000 Euro Gewinn steht jeder und jedem Steuerpflichtigen ein Grundfreibetrag von maximal 3.900 Euro zu, und zwar automatisch.

Ist Ihr Gewinn höher als 30.000 Euro heißt es investieren, um auch den anschaffungsabhängigen Teil des Gewinnfreibetrages zu lukrieren. Beträgt Ihr Jahresgewinn also etwa 50.000 Euro, müssen Sie noch heuer begünstigte Güter im Wert von 13 Prozent von 20.000 Euro, also 2.600 Euro, ankaufen.

Als Investitionen kommen primär ungebrauchte körperliche Wirtschaftsgüter infrage, deren Nutzungsdauer mindestens vier Jahre beträgt. Das ist zum Beispiel bei Maschinen, Betriebsausstattung, Lastkraftwagen oder Gebäuden der Fall.

Wichtig: Falls Sie eine Betriebsausgaben-Pauschalierung beanspruchen, steht Ihnen nur der Grundfreibetrag in Höhe von 13 Prozent von 30.000 Euro, also 3.900 Euro, zu. Extra-Investitionen bringen hier nichts.

 

Der einfachste Weg: Wertpapiere anschaffen

Im Idealfall haben Sie bereits im Laufe des Jahres genügend begünstigte Sachanlagen angeschafft. Dann erübrigen sich Ho-Ruck-Investitionen knapp vor dem 31. Dezember.

Aber neben den erwähnten Sachanlagen dienen auch Wertpapiere zur Deckung des Gewinnfreibetrages. Müssen Sie daher heuer noch investieren, um den Freibetrag voll ausschöpfen zu können, führt der einfachste Weg noch immer über den Kauf von Wertpapieren. Trotz niedriger Zinsen und längerer Laufzeiten rechnet sich der Erwerb risikoarmer Papiere, weil er eben die Steuer verringert.

Die gute Nachricht: In den Jahren 2014 bis 2016 wurden nur noch Wohnbauanleihen oder Wandelschuldverschreibungen von Wohnbau-Aktiengesellschaften akzeptiert. Seit dem Vorjahr entfällt diese gesetzliche Einschränkung. Sie können also wieder alle „mündelsicheren“ Wertpapiere zum Steuersparen nutzen. Reden Sie rechtzeitig mit Ihrer Bankberaterin und Ihrem Bankberater.

 

Auch zum Ansparen für Sachinvestitionen geeignet

Der Kauf von Wertpapieren ist auch deshalb interessant, weil sie sich zum Ansparen für künftige größere Sachinvestitionen eignen. Sie können also die Wertpapiere auch vor Ablauf von vier Jahren wieder veräußern, wenn Sie sich dafür eine begünstigungsfähige Sachanlage kaufen.

Beachten Sie: Auch für selbständige Nebeneinkünfte wie beispielsweise aus Werkverträgen oder freien Dienstverträgen und für Einkünfte selbständig tätiger Gesellschafter-Geschäftsführer oder Aufsichtsräte steht der Gewinnfreibetrag zu.

Wollen Sie den Gewinnfreibetrag optimal nutzen, sollten Sie sich Ihren voraussichtlichen Jahresgewinn ausrechnen. Dann können Sie abschätzen, ob Sie mehr als 30.000 Euro einnehmen und Investitionen nötig sind, um voll vom Freibetrag zu profitieren. Ihre Steuerberaterin und Ihr Steuerberater unterstützen Sie dabei.

 

Dr. Georg Salcher

 

Dr. Georg Salcher

Geschäftsführender Gesellschafter und Steuerberater der Consultatio

Tel. 01 277 75 – 232
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Oktober 2018, Bilder Bundesministerium für Finanzen und Consultatio