Eurozone wächst etwas langsamer

Eurozone wächst etwas langsamer

 

Die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich gewannen gegen den Trend leicht an Schwung. In den übrigen Ländern schwächte sich das Wachstum im Durchschnitt auf ein 18-Monatstief ab.

Die deutsche Wirtschaft ist laut Einkaufsmanagerindex PMI besser als erwartet ins Frühjahr gestartet. Das Barometer für Industrie und Dienstleister gemeinsam, Composite, stieg überraschend um 0,2 auf 55,3 Punkte. Konsens war ein Rückgang gewesen. Der Industriesektor separat betrachtet verlor im April minimal an Fahrt, während der Dienstleistungsbereich nach oben kletterte.

 

Verstärkt Jobs geschaffen

Die Konjunktur ist damit zu Beginn des zweiten Quartals wieder auf Wachstumskurs. Der Blick hinter die Kulissen verrät allerdings, dass die Geschäftsaussichten und der Auftragszuwachs nicht mehr so optimistisch bewertet werden wie noch im vergangenen Jahr. Dennoch konnten verstärkt Jobs geschaffen werden.

Der Einkaufsmanagerindex Composite für die Eurozone hielt sich im April unverändert bei 55,2 Punkten. Das Barometer blieb damit zwar auf dem niedrigsten Wert seit Anfang 2017, hielt sich aber klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Dass das Barometer von seinem Jänner-Hoch nachgegeben hat, ist weder überraschend noch alarmierend: Eine derart hohe Wachstumsdynamik ist selten von Dauer, nicht zuletzt weil das Angebot nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann.

 

Wachstumskurs bleibt

Negativ auf die Exporte ausgewirkt hat sich nicht zuletzt auch der starke Euro. So registrierte die Industrie das schwächste Exportneugeschäft seit über einem Jahr. Da sich auch die Geschäftsaussichten zuletzt etwas eingetrübt haben, sieht es danach aus, als dürfte sich eine Verlangsamung in den nächsten Monaten fortsetzen.

Trotzdem dürfte der Währungsraum nach dem fulminanten Jahresauftakt auch im zweiten Quartal auf – etwas gedämpftem – Wachstumskurs bleiben. In Gefahr würde der Aufschwung nur geraten, wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen überraschend deutlich erhöht. Das dürfte kurzfristig jedoch nicht der Fall sein.

 

April 2018, Bild G-Stockstudio, www.shutterstock.com