Vermögen nicht mehr anonym

Steuer

 

Das Vorjahr hat viele Änderungen im Abgaben- und Wirtschaftsrecht gebracht, die für Handlungsbedarf sorgen. Einige der Neuerungen treten heuer in Kraft. Wir haben Ihnen die wichtigsten zusammengefasst.

 

Schweiz und Liechtenstein melden Kapitalerträge

Seit 1. Jänner 2017 ist das Vermögen von Österreichern in der Schweiz und großteils auch in Liechtenstein nicht mehr anonym. Einkommen des Jahres 2017 unterliegen nämlich bereits dem automatischen Informationsaustausch, der erstmals 2018 erfolgt.

Schweizer Finanzinstitute müssen also die Vermögen beziehungsweise Kapitaleinkünfte ihrer österreichischen Kundinnen und Kunden an die österreichische Finanz melden. Da die Schweizer und liechtensteinischen Banken keine Kapitalertragsteuer mehr einbehalten, müssen österreichische Steuerpflichtige ihre dortigen Kapitalerträge penibel in ihre österreichische Einkommensteuererklärung 2017 aufnehmen.

Beachten Sie, dass es zu wesentlichen Abweichungen zwischen den von den Banken gemeldeten und den steuerlich maßgeblichen Kapitalerträgen kommen kann, und sprechen Sie am besten mit Ihrer Steuerberaterin und Ihrem Steuerberater, falls Sie in solchen Fällen Hilfe brauchen.

 

Neue Mitarbeiterbeteiligungsstiftung

Seit 1. Jänner gelten wesentlich attraktivere Regelungen für die Beteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an Arbeitgebergesellschaften. Kernstück des neuen Gesetzes ist die Einführung einer Mitarbeiterbeteiligungsstiftung. Als Stifter kommen nur Arbeitgebergesellschaften – Aktiengesellschaften und verbundene Konzernunternehmen – in Betracht. Eine Mitarbeiterbeteiligungsstiftung darf ausschließlich der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Aktien an Arbeitgebergesellschaften an die Begünstigten dienen und deren Aktien treuhändig verwahren und verwalten.

Kapitalzuwendungen oder Aktienübertragungen an die Stiftung sind bis maximal zehn Prozent der Stimmrechte beim Zuwendenden zur Gänze als Betriebsausgaben abzugsfähig. Auf Ebene der Privatstiftung unterliegen diese Zuwendungen weder der Körperschaftsteuer noch der Stiftungseingangssteuer. Auch die Dividenden aus eigenen Aktienbeständen der Stiftung sind steuerfrei. Ab heuer bleiben Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Aktien – das ist neu – im Wert von bis zu 4.500 Euro jährlich pro Dienstverhältnis steuer- und sozialversicherungsfrei.

 

Mehr Forschungsprämie

Mit Jahresbeginn stieg die Forschungsprämie von 12 auf 14 Prozent. Sie stellt keine Betriebseinnahme dar, ist daher weder steuerpflichtig, noch führt sie zu einer Aufwandskürzung. Förderungswürdig sind die eigenbetriebliche Forschung und die experimentelle Entwicklung im Inland, aber auch die Auftragsforschung.

Ihre Steuerberaterinnen und Ihr Steuerberater liefern Ihnen Insidertipps und stehen für spezielle Fragen – insbesondere zum nötigen Gutachten der Forschungsförderungsgesellschaft – gerne zur Verfügung.

 

Geprüfter Registrierkassen-Jahresbeleg erforderlich

Registrierkassenbesitzerinnen und -besitzer wissen, dass sie zu jedem Monatsende den sogenannten Monatsbeleg zu erstellen haben. Jener von Ende Dezember 2017 ist gleichzeitig der erste „Jahresbeleg“. Er unterliegt einer besondere Verpflichtung: Genauso wie der „Startbeleg“ ist er auszudrucken, über FinanzOnline und die BMF-Belegcheck-App zu prüfen und dann zumindest sieben Jahre lang aufzubewahren. Beachten Sie, dass diese Prüfung spätestens bis zum 15. Februar des Folgejahres über die Bühne gehen muss.

Zur Erinnerung: Unabhängig von den Monats- und Jahresbelegen sind die Datenerfassungsprotokolle zumindest vierteljährlich auf einem externen elektronischen Medium zu sichern.

 

Dr. Georg Salcher

 

Dr. Georg Salcher

Geschäftsführender Gesellschafter und Steuerberater der Consultatio

Tel. 01 277 75 – 232
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Jänner 2018, Bilder Bundesministerium für Finanzen und Consultatio