Starker Wirtschaftsaufschwung in Österreich

Starker Wirtschaftsaufschwung in Österreich

 

Österreichs Bruttoinlandsprodukt wird heuer um mindestens 2,0 Prozent wachsen und damit so hoch ausfallen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Nachdem die heimische Wirtschaft schon zu Jahresbeginn das höchste Wachstum seit langem verzeichnet hat – beachtliche 0,7 Prozent im Vorquartalsvergleich – dreht sich das Prognosekarussell unentwegt.

Anfang Juni erhöhte die Österreichische Nationalbank ihre Erwartungen an 2017 um 0,7 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent, Ende Juni zogen die beiden wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes nach: Das Institut für Höhere Studien zieht nach im März prognostizierten 1,7 Prozent mit der Nationalbank gleich auf 2,2 Prozent. Das Wirtschaftsforschungsinstitut, das schon im März mit seiner optimistischen Erwartung von 2,0 Prozent Zuwachs für Schlagzeilen gesorgt hatte, legte noch einmal nach und sieht nun für heuer 2,4 Prozent Wachstum.

 

Solider Aufwärtstrend

Die Wirtschaftsforscherinnen und -forscher nehmen nun also auch zur Kenntnis, was die Vorlaufindikatoren schon viele Monate anzeigen: Nämlich einen sehr soliden Aufwärtstrend, der viele Stimmungsbarometer auf Mehrjahres- oder sogar Allzeithöchststände gebracht hat.

Martin Kocher, Leiter des Instituts für Höhere Studien, betonte anlässlich der Präsentation der neuen Prognosen, dass  das Wachstum noch höher als prognostiziert ausfallen könne, wenn sich die Stimmung der Unternehmen und der Konsumentinnen und Konsumenten weiter so gut entwickle.

 

Steigende Investitionen

Alle genannten Institute nennen den Aufschwung der Weltwirtschaft und die damit einhergehende höhere Dynamik im Welthandel als Grund für die deutliche Aufwärtsrevision. Österreichs Exportwirtschaft kann davon profitieren. Neben den Nettoexporten wird die anhaltend starke Inlandsnachfrage die Konjunktur weiterhin stützen.

Der private Konsum profitiert auch in diesem Jahr in etwas abgeschwächter Form von der im Vorjahr in Kraft getretenen Einkommensteuerreform und dem anhaltend hohen Beschäftigungswachstum. Überdies wird mehr investiert, der Investitionszyklus soll heuer seinen Höhepunkt erreichen. Erfreulich ist, dass Ersatzinvestitionen vermehrt von Erweiterungsinvestitionen abgelöst werden.

 

Juli 2017, Bild Ronstik, www.shutterstock.com