Überschwängliche Stimmung in der Eurozone

Überschwängliche Stimmung in der Eurozone

 

Die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum haben im März neuerlich positiv überrascht. Der Wert für den Dienstleistungssektor stieg um einen Punkt auf 56,5 und auch der Index für das verarbeitende Gewerbe legt von 55,5 auf 56,2 zu. Beide Indizes befinden sich damit auf einem historisch gesehen sehr hohen Niveau.

In der Vergangenheit gingen Einkaufsmanagerindizes von über 56,0 mit einem Wirtschaftswachstum von rund 0,7 Prozent pro Quartal einher, also deutlich mehr als die im Schlussquartal 2016 zu verzeichnenden 0,4 Prozent. Die bislang verfügbaren Daten zeigen eine derartige Wachstumsbeschleunigung aber noch nicht an. Deshalb dürfte auch die Europäische Zentralbank zögern, ihre schon ordentliche Konjunkturprognose von 1,8 Prozent für 2017 weiter anzuheben.

 

Der Aufschwung in Deutschland gewinnt an Kraft

Der Ifo-Geschäftsklimaindex des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung für Deutschland ist im März ebenfalls gestiegen. Der Index legte von 111,1 auf 112,3 unerwartet deutlich zu und der Vormonatswert wurde nach oben revidiert. Der Konsens war im Vorfeld von einem unveränderten Stand ausgegangen, dabei konnten sich sowohl der Erwartungsindex als auch der Lageindex verbessern.

Der inzwischen erreichte Stand ist nun der höchste seit Juli 2011. Das Ifo-Institut selbst äußerte zu den Zahlen: „Der Aufschwung gewinnt an Kraft.“ Für die deutsche Konjunktur sieht es mit den jüngsten Zahlen nach einem verheißungsvollen Start in das Jahr aus. Das erste Quartal dürfte anhand der Indikation stärker gewachsen sein als in den Vorquartalen. Allerdings steht die Bestätigung durch weitere gute Konjunkturzahlen noch aus.

 

Die Wahlen in Frankreich könnten belasten

Es hat den Anschein, als ob sich die Eurozonen-Stimmung von den allerorten zu beobachtenden politischen Turbulenzen ein Stück weit abgekoppelt hat. Eine der wichtigsten Perioden für die Finanzmärkte sind heuer die Wochen rund um die beiden Wahlgänge der französischen Präsidentschaftswahlen.

Nachdem die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen – wie es Umfragen bereits signalisierten – die zweite Runde erreicht hat, wird erst die Stichwahl die Marktunsicherheit beenden. Nach dem ersten Wahlgang reagieren die Börsen mit Euphorie. Sollte Le Pen aber das Rennen machen, kann es zu einem Absturz des Euro und Einbrüchen an den Aktienmärkten kommen.

 

April 2017, Bild Ttstudio, www.shutterstock.com