Du steckst mich an

Du steckst mich an

 

Das Donaufestival erschafft von 28. April bis 6. Mai in Krems eine Parallelwelt und setzt auf Vibrationen zwischen Musik, Performance und Bildender Kunst.

Der neue künstlerische Leiter Thomas Edlinger, die diesjährige Kuratorin für Performance Bettina Kogler und das bewährte Team des Festivals haben sechs Tage mit rund zwanzig Veranstaltungen pro Tag programmiert, die Krems erneut zu einem Hotspot abenteuerlicher Ästhetiken jenseits aller Genregrenzen machen.

 

Leitmotiv Empathie

Der heurige Festivaltitel „Du steckst mich an“ bezieht sich auf das diesjährige Leitmotiv, den Begriff der Empathie. Viele Non-Governmental Organisationen verstehen das Mitgefühl als sozialen Klebstoff, der das zusammenhält, was laut Margaret Thatcher gar nicht existiert: die Gesellschaft.

Die Fähigkeit, in die Haut des anderen zu schlüpfen, wie Barack Obama die Empathie definiert, wurde zum moralischen Ideal. Brauchen wir angesichts schwindender politischer Solidarität und alarmistischer Narzissmusbefunde nicht mehr Verständnis für das Leben der anderen in My Country First-Zeiten?

Das Festivalprogramm beantwortet diese Fragestellungen nicht. Viele Beiträge werden sich aber mit ihnen beschäftigen. Zum Beispiel der zitternde soziale Körper des „more than naked“- Ensembles rund um Doris Uhlich, die Gewaltvirus-Installation von Stephane Roy, die Bühnenfantasie von Colin Self, die das kommende Volk der Alien Drags feiert, Kris Verdoncks Maschinen, die beseelt wirken und einem Eigenleben nachgehen, oder die Infrarot-Wärmebilder von Vika Kirchenbauer.

Im Musikprogramm fühlt sich die Elektronik von Sote in lyrische persische Folklore ein, während The Grubby Mitts Hymnen für offene Arme und Herzen zelebrieren und Stian Westerhus seinen Phantomschmerz-Sound nachempfindbar macht.

 

Neues im Programm

Das Donaufestival bringt heuer einige prinzipielle Neuerungen: Die innenarchitektonisch neu gestaltete Festivalzentrale dient als Bar und Veranstaltungsort zugleich und das Überraschungsformat Stockholm-Syndrom entführt an vorab nicht bekannt gegebene Orte.

Eine Theory and Talks-Reihe lädt zu Gesprächen und Präsentationen in das Kino im Kesselhaus. Die zusätzlichen Spielorte Dominikanerkirche in der Kremser Altstadt oder die Galerie am Eck in Stein ergänzen das Angebot. Raiffeisen ist Hauptsponsor des Festivals.

 

Donaufestival (Homepage)

 

April 2017, Bild Donaufestival